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PS - Parolen und Slogans
Ein interdisziplinäres Projekt zur Thematik gesellschaftlicher Massenbewegungen
Lesarten einer Gesellschaft – thematischer Ausgangspunkt

„Yes, we can“ - drei schlichte Worte, mit denen Barack Obama seine Wähler mobilisierte. Wer hat nicht per TV oder Internet, „You tube“ oder „Twitter“, einen der „WählerInnen-Chöre“ von abertausenden Amerikanern gehört, die dieses „Yes, we can“ wiederholt anstimmten, um ihren kollektiven Willen – und ihre Entschlossenheit – zu einem „Change“, einem Wechsel der politischen und herrschenden Verhältnisse kundzutun. Vergleichbar mit „Wir sind das Volk“, der Parole der Montagsdemonstrationen in der DDR, die vor 20 Jahren den Wandel im Osten herbeiführte, oder, wie „Sieg Heil“ oder „Juda verrecke“, zur Zeit der Nationalsozialisten zu Krieg und Mord aufriefen. Positive und negative Schlagworte. In jedem Fall beeinflussen sie das Publikum. Gerade in ihrer knappen Form, die keine Differenzierung zulässt, haben sie in jedem Fall eine starke Wirkung.
Politische Massenbewegungen sind auf schlichte „starke“ Parolen angewiesen. Parolen mit Pathos. Was aber, wenn die Zeiten der Aufregung vorbei, wenn Pathos und Euphorie verflogen sind? Wenn die Menschen sich wieder in einer Wirklichkeit wiederfinden, wo der/dem Einzelnen nur wenig Entscheidungsfreiheit bleibt? Yes, we can?
Der optimistische Slogan der Obama-WählerInnen gab den Impuls für dieses Fotografie-Projekt. Ausgangspunkt ist die Überlegung, was dabei herauskommt, wenn man dieses „Yes, we can“ beim Wort nimmt. Wenn man nachfragt: Was können wir tatsächlich? Ist dieses „Yes, we can“ nur eine Phrase, die wie der Mythos vom amerikanischen Traum als Sedativ der Unzufriedenen dient?
Benötigt anderseits jedes Handeln nicht auch einer Illusion, laut Nietzsche? Oder ist gemäß Wittgenstein, Sprache Verhexung des Geistes?
Die geladenen Künstler und Künstlerinnen befassten sich mit dem Thema der (un)bewussten Beeinflussung durch Werbung, politischen Schlagworten und Parolen und erarbeiteten künstlerische Antworten auf politisch-gesellschaftlich-mediale Banalitäten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Mechanismen der kommerziellen Werbung beleuchtet, die mit ihren Slogans, Bildern und Farben den Griff des Konsumenten zum Produkt herbeizwingen. Ziel war einen breiten kulturpolitischen Dialog in Bezug auf Phrasen, die unser gesellschaftspolitisches Leben prägen und uns zu manipulieren verstehen, herbeizuführen.
Teilgenommen haben Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten Foto-, Video-, Multimediakunst und Installation.