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... und sie fuhr fort:

Das Leben der dargestellten Personen ist Ausgangspunkt für künstlerische Interpretationen und wird mit eigenen Erfahrungen und dem subjektiven Blick auf "die Anderen" verknüpft. Dadurch geht es auch immer um die Reflexion der eigenen Standpunkte und Vor-Urteile, die das reale Bild des Gegenübers verfälschen und zugleich Aussagen über die "Nach-Erzählerin" liefert.
Wie sehen wir Menschen aus anderen Kulturkreisen, wie nehmen wir Unterschiede und Ähnlichkeiten wahr und ordnen diese in unser Gedankengefüge ein? Brauchen wir in jedem Fall festgelegte Meinungen und Bilder? Was bewirken offen gebliebene Fragen und Informationen, die nicht in unser Bild passen? Wie gehen wir mit ambivalenten Gefühlen und Uneindeutigem um?
Wie bewegen wir uns zwischen dem Anspruch, political correct und vorurteilslos zu sein und unseren persönlichen Antipathien?
Auf diese Fragen kann auch die Ausstellung keine allgemeingültigen Antworten geben. Vielmehr versucht sie, diese Unsicherheiten und Unklarheiten aufzuzeigen und die BesucherInnen mit diesen Fragen zu konfrontieren. Dadurch wird das "Erzählen" in den gezeigten Arbeiten zu einer Interaktion mit den Zuhörenden und zugleich werden Verzerrungen wie bei einem "Stille Post" - Spiel in der künstlerischen Arbeit mit reflektiert.
So wie der Titel vermittelt erheben diese "kleinen Erzählungen" keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Wahrheit, sondern bleiben subjektiv und unbeendet. Sie scheinen zu einem bestimmten Zeitpunkt unterbrochen worden zu sein, um später weitergeführt zu werden....
Das Ende der Geschichten bleibt - wie im realen Leben - offen.
Fotografie wird in diesem Ausstellungsprojekt auf unterschiedlichste Weise künstlerisch genutzt: von Dokumentationsfotos über video-stills, Reproduktionen von Gemälden bis zu alten Porträtfotos, die alle durch Weiterbearbeitungen und die Kombination mit inszenierten Aufnahmen das weite Spektrum der Fotografie ausloten. Dabei wird die Frage nach der "Authentizität" des fotografischen Bildes in diesem Zwischenbereich zwischen Dokumentation und künstlerischer Gestaltung bewusst und zugleich obsolet.